Sie sind günstig, extrem robust, superschnell gebaut und liegen voll im Trend: Palettenmöbel sind eine Do-it-Yourself-Option nicht nur für die Anfänger unter den Selbermachern.

Seit die Europalette 1961 aus der Taufe gehoben wurde, ist sie – wie auch ihre nicht genormten Genossen – als echtes Arbeitstier bekannt. War sie einmal kaputt, landete sie im Müll. Tja, bis irgendwann findige Menschen auf die Idee kamen, aus einigen besser erhaltenen Exemplaren Garnituren für Garten und Terrasse anzufertigen.

Europaletten

Europaletten: Für die einen schnödes Arbeitsutensil, für andere wertvoller DIY-Rohstoff.

Immer jedoch ein echtes Multitalent.

Über Facebook und Co. wurden die davon entstandenen Fotos millionenfach geteilt, abertausende DIY-Jünger ersannen neue, eigene Ideen. Und mit einem Schlag lag die Holzpalette nicht nur total im Trend, sondern gilt seitdem weltweit als regelrechter Heimwerker-Star – und zwar so sehr, dass es sie mittlerweile brandneu in den Holzabteilungen so mancher Baumärkte zu kaufen gibt. Die schönsten Umbauideen haben wir hier zusammengestellt.

Ganz gleich, was aus der Palette werden soll, es läuft alles auf eine Handvoll Werkzeuge hinaus, die dabei praktisch immer benötigt werden:

  • Hammer und Kuhfuß (falls die Palette in ihre Bestandteile zerlegt werden muss)
  • Stich- bzw. Kreissäge
  • Akkubohrschrauber, Bohrmaschine, Holzbohrer und passende Schrauben
  • Exzenter-, Delta- oder Schwingschleifer mit passenden Schleifscheiben
  • Böcke, um komfortabel zu arbeiten
  • Farbe/Beize/Lack und Pinsel
  • Kompressor zum Sauberblasen

Natürlich kommen je nach Möbel- oder Dekostück auch noch andere Materialien hinzu, diese werden aber in diesem Artikel gesondert erwähnt.

Der Easy-Tisch ist sozusagen das Einsteigermodell unter den Palettenmöbeln. Denn er kann ohne jegliche größere Arbeiten ruckzuck gebaut werden.

Easy-Tisch

Das wird benötigt

  • 1 Palette
  • 4 Möbel-Lenkrollen nach Wahl
  • Glas- oder Plexiglasplatte in der Größe der Palette
  • Senkbohrer

So geht's

Der erste Schritt ist das Schleifen der Palette rundherum, um ihre groben Kanten zu ebnen. Ist das erledigt, wird der Schleifstaub gut abgeblasen und am besten die ganze Oberfläche mit einem feuchten Lappen gereinigt.

Dann kommt Farbe ins Spiel: Die gesamte Palette wird von allen Seiten gestrichen oder lackiert. Ist alles getrocknet, wird die Palette umgedreht und an den Ecken die vier Rollen festgeschraubt.

Wieder richtig herum gedreht, wird nun die Plexiglasplatte (Schutzfolie noch dranlassen) draufgelegt und an den Ecken sowie in der Mitte ein Loch gebohrt, das dem Außendurchmesser der Schrauben entspricht.

Wichtig:
Sollen die Schrauben versenkt werden, muss mit einem passenden Senkbohrer das Loch angeschrägt werden, damit die Köpfe später nicht überstehen. Dann die Platte von ihrer Schutzfolie befreien, festschrauben und der Tisch ist fertig.

Auch das Landhaus-Bett ist ein simpler Vertreter der Palettenmöbel – und dabei wesentlich günstiger (und ungleich robuster) als seine Kollegen gleichen Namens aus dem Möbelhaus.

Bitte beachten:
Europaletten messen 120 x 80 Zentimeter. Ohne Überhang funktioniert es bei Matratzen von der Stange also nicht.

Landhaus-Bett

Das wird benötigt

  • 8 Europaletten für 240 cm Breite (6 Stück für 160 cm Breite)
  • 4 Stahlwinkel
  • 11 Verbinderlaschen (10 cm)
  • Dicker Stoff (260 x 260cm)
  • Schlagtacker (optional)

So geht's

Alle Paletten gut mit der Schleifmaschine glätten. Für das große 240 x 240 große Bett werden drei Europaletten an den langen Seiten nebeneinandergelegt, sodass sich eine 240 x 120 Zentimeter große Fläche ergibt. Immer zwei Paletten werden mit je zwei Verbinderlaschen von unten zusammengeschraubt.

Diese Prozedur wiederholen und die zweite Fläche an die 240 Zentimeter lange Seite anlegen und mit den verbliebenen drei Laschen verbinden. Es entsteht eine drei Paletten breite und zwei Paletten tiefe Liegefläche.

Dann werden die beiden restlichen Paletten ebenfalls an den Schmalseiten verbunden und als Kopfteil aufgestellt. Mit Hilfe der Winkel werden sie dort fixiert. Anschließend den Stoff überlappend auf der Liegefläche ausrichten, umschlagen und entweder mit dem Schlagtacker oder passenden Schrauben fixieren. Matratze auflegen, fertig.

Tipp:
Für den echten Landhaus-Look die Paletten nach der Fertigstellung noch mit einer farbigen Beize einstreichen.

Der Gartensessel ist ein treuer Kamerad, in den man sich bei schönem Wetter so richtig gemütlich mit einem Buch zurückziehen kann. Doch ohne Sägen geht es hier leider nicht.

Gartensessel

Das wird benötigt

  • 4 Europaletten
  • 16 Holzbauschrauben mind. 180 mm lang
  • Kissen nach Belieben

So geht's

Der Bau beginnt, indem bei einer Palette, wie im Bild zu sehen, die Ränder abgetrennt werden. Daraus werden später die Armlehnen. Dann werden alle Paletten gründlich geschliffen. Nun zwei Paletten aufeinanderlegen, an den Ecken in das Holz der obersten vier ausreichend große Löcher bohren und die beiden Paletten mit vier Schrauben verbinden.

Palette Nummer drei auflegen und ebenso verfahren. Ist dies erledigt, wird von dem ausgesägten Mittelstück das unterste Brett entfernt und die darunterliegende Balken-Mittelschiene mit der Säge etwas angeschrägt, sodass die Rückenlehne etwas nach hinten geneigt ist. Zwischendurch immer wieder anhalten und Passform überprüfen.

Anschließend in die Balken-Schiene vier Löcher bohren und mit vier Holzbauschrauben am Mittelblock der obersten Sitzflächen-Palette fixieren. Nun die Armlehnen auflegen und je vorne und hinten mit den verbliebenen Schrauben an der Konstruktion befestigen. Nach Belieben streichen.

Bei nicht wenigen Häuslebauern feiert gerade ein längst vergessen geglaubtes Relikt aus den 1970ern fröhliche Auferstehung: der Partykeller. Und was passt da besser, als eine selbstgemachte Bank?

Sitzbänke

Das wird benötigt

  • 5 Europaletten
  • OSB-Platte 120 x 150 cm
  • 16 Holzbauschrauben mind. 180 mm lang

So geht's

Im ersten Arbeitsschritt kreischt die Säge: Die Europaletten werden entlang der Längsseite gleich hinter der Mittelschiene abgesägt, sodass die Sitzfläche nicht mehr 80 Zentimeter, sondern nur noch 47,25 Zentimeter tief ist. Dann werden die Paletten auf die gleiche Weise übereinander geschraubt wie schon beim Gartensessel erklärt. Anschließend wird die ganze Konstruktion mit der Schleifmaschine bearbeitet.

Dann wird die OSB-Platte senkrecht hinter den Hocker gestellt und mit Schrauben direkt in die Schienenblöcke fixiert. Auch ihre Ränder sollten eine Behandlung mit dem Schleifer bekommen. Die so entstandene Bank sollte in jedem Fall einen Überzug mit Klarlack bekommen, damit das Holz vor typischen „Party-Unfällen“ mit verschütteten Gläsern und Co. geschützt ist. Anschließend können für besseren Sitzkomfort entweder Kissen oder eine passende Schaumstoffauflage ergänzt werden.

Terrassenstühle und –tische sind ja schön und gut, wenn man dort seinen kurzen Nachmittagskaffee genießen will. Doch wer noch mehr Gemütlichkeit sucht, sollte sich an unserer Kuschelecke versuchen.

Terrassen-Kuschelecke

Das wird benötigt

  • 2 Europaletten
  • 4 Holzbauschrauben mind. 180 mm lang
  • OSB-Platte (2cm stark) 122 x 100cm (optional)
  • OSB-Platte 80 x 100cm (optional)
  • 2 Winkel (optional)
  • 4 Bretter 7,8 x 38,2cm und passende Schubladenseiten und –böden nach Wunsch
  • Sockelleistennägel
  • 8 kleine Winkel

So geht's

Auch bei der Kuschelecke beginnt man abermals damit, dass eine der beiden Paletten an den vier Ecken gebohrt wird, auf die andere aufgelegt und dann mit den Holzbauschrauben bombenfest verbunden wird. Ist das erledigt und wird eine Rückwand gewünscht, wird nun die 80 x 100 Zentimeter große OSB-Platte an der Schmalseite der Palette mit festgeschraubt. Es folgt die breitere Platte an der langen Seite. Sie muss so fixiert werden, dass sie die Schmalseitenplatte überlappt, so daß weder Überstände noch Lücken verbleiben.

Auf der Rückseite werden dann die Winkel oben und oberhalb der Sitzfläche an der Rückseite der OSB-Platten befestigt. Sie müssen so fest miteinander verbunden sein damit sie sich nicht auseinanderbiegen, sobald man sich dagegen lehnt.

In die Frontplatte der Schublade wird dann entweder ein Fingerloch gebohrt oder es werden entsprechende Griffe aus dem Baumarkt angeschraubt. Dann wird aus den zusätzlichen Brettern mit den Sockelleistennägeln der Rest der Schublade zurechtgezimmert. Die Front wird mit den Winkeln so angebracht, dass die Schrauben von hinten eingedreht werden und vorne nicht die Optik stören.

Ein Gang mit dem Schleifer rundet das Werk ab. Steht die Sitzecke dauerhaft überdacht, reicht es, als Witterungsschutz einen Anstrich mit Leinölfirnis aufzutragen. Für maximale Bequemlichkeit empfiehlt es sich, die Liegewiese mit passenden Kissen auszustatten.

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